Fazit

Die Umsetzung ist nun abgeschlossen, die Infografik präsentiert, jetzt bleibt uns nur noch, ein Fazit aus der Veranstaltung zu ziehen und gespannt auf die Bewertung zu warten!
Allgemein können wir sagen, dass die Veranstaltung erfolgreich war, wir sind ganz zufrieden mit unserem Ergebnis. Da wir zu Anfang davon ausgegangen sind, dass dies hauptsächlich eine „Flash“-Veranstaltung wird, sind wir doch positiv überrascht, ein derart multimediales Produkt hinbekommen zu haben. Die Herstellung und Umsetzung der Film- und Fotografiebestandteile hat Spaß gemacht (trotz gefühlter 35°C im Fotostudio) und trotz anfänglicher Bedenken ist ein vorzeigbares Ergebnis dabei herausgekommen. Auch das Zusammenspiel der vielen verschiedenen Programme war eine Herausforderung und wir haben viel über Kompatiblitäten und Inkompatiblitäten gelernt. Da wir eine umfangreiche Recherche- und Konzeptionsphase hatten, ging die eigentliche Umsetzung relativ schnell von statten, trotzdem war die Schlussphase mit Design, Programmierung und Fehlerbehebung wie üblich stressig. Etwas mehr Zeit für einen entgültigen Feinschliff hätte nicht geschadet, aber das Ergebnis ist angemessen und der Aufwand hat sich auf jeden Fall gelohnt!

Technische Umsetzung

Im HdM Fotostudio haben wir die Fotos und Videos gemacht. Da wir nicht damit gerechnet hatten, dass die DSLR Nikon D700 kein Videoformat unterstützt, mussten wir uns spontanen Ersatz besorgen, der auch HD-Videos machen kann. Das war zum Glück kein Problem und so konnten wir alles im Studio an einem Tag erledigen. Die Fotos mussten wir zuerst nachbearbeiten (Belichtungskorrekturen und Freistellung in Photoshop) und dann in Adobe After Effects und Photoshop montieren. Für die Seite mit den Rauch-Bestandteilen haben wir in AfterEffects eine Partikelanimation und eine Endlosschleife für den aufsteigenden Rauch generiert, in Photoshop die „Innereien“ der Zigarette montiert. Unseren gläsernen Raucher haben wir ebenfalls in Photoshop erstellt und danach in After Effects für die Animation verwendet. In Adobe Illustrator haben wir das Textlayout und die Grafiken erstellt und schließlich in Flash alles in einzelnen Movieclips angelegt, die mit ActionScript3 erzeugt und gesteuert werden können.
Nachfolgend ein Flowchart, das unseren Workflow beschreibt:

workflow

Gestaltung der Endversion

Bilder

Wir haben uns letztendlich dazu entschieden, die Fotografie einer Zigarette für die Infografik zu nehmen. Wir wollen den Betrachter durch ein möglichst realistisches und eindrucksvolles Bild von dem, das er tagtäglich in der Hand hält, ansprechen. Eine hyperrealistische Vektorzeichnung wäre in diesem Fall ebenfalls möglich gewesen, aber derselbe Effekt ist durch Fotografie und Video besser und schneller hinzukriegen. Den höchsten Grad an Realismus wollen wir durch ein Intro erreichen, in dem man die Zigarette in Nahaufnahme qualmen sieht. Um Zigarette und Rauch hervorzuheben, ist der Hintergrund komplett schwarz gehalten, womit auch der Hintergrund für den Rest der Infografik feststand.

Im Studio haben wir Einzelaufnahmen der qualmenden Zigarette sowie Filmaufnahmen gemacht. Die Schwierigkeit bestand unter anderem in der Beleuchtung: die Zigarette an sich sollte in möglichst einfachem und natürlichem Licht dargestellt werden. Bei dieser Beleuchtung von vorne erscheint allerdings der Rauch eher unscheinbar. Für das Filmen des Rauchs haben wir also die Beleuchtungsanordnung im Studio verändert, so dass der Rauch von hinten beleuchet wurde und sich gut vom Hintergrund abhebt. Das Standbild und der bewegte Rauch wurden später in Adobe AfterEffects zusammen montiert. Rauch in der FotografieRauch im Video

 

Für die Darstellung der einzelnen Bestandteile in der Zigarette haben wir uns ebenfalls für eine realistische Darstellung mit Fotografien entschieden. Zunächst hatten wir vor, die einzelnen Bestandteile Papier, Filter und Tabak „digital“ aussehen zu lassen, aber es hat sich herausgestellt, dass dadruch ein Bruch entstehen würde, der den Betrachter irritiert:

Innenleben Entwurf 1

Innenleben Entwurf 2

 

Die „aufgeschnittene“ Zigarette muss dieselbe Zigarette sein, die auch im Video ist, damit ein nahtloser Übergang zwischen normaler und aufgeschnittener Zigarette geschaffen werden kann. Also haben wir Filter und Tabak einzeln fotografiert und später in Adobe Photoshop in die Zigarette montiert:

Filter   TabakMontage aufgeschnittene Zigarette

 

Ebenfalls als Fotografie haben wir den Abschnitt „Nach der letzten Zigarette“ illustriert: die noch eben qualmende Zigarette liegt nun ausgedrückt in einem gläsernen Aschenbecher, symbolisch als die „letzte Zigarette“. Passend dazu ist im Abschnitt „Inhaltsstoffe des Rauchs“ der Raucher als gläserner Umriss eines Menschen dargestellt, den wir in Illustrator und Photoshop erstellt haben:

Letzte Zigarettegläserner Mensch

 

Alle weiteren Bilder, die wir in der Infografik verwenden, sind sehr reduzierte Strichgrafiken, die den Text ergänzen sollen. Wir haben uns bei der Farbgebung für Graustufen und die Auszeichnungsfarbe Orange entschieden, in Bezugnahme auf die Farbe einer Zigarette. Hier beispielhaft ein paar unserer Grafiken, die die Inhaltsstoffe des Rauchs illustrieren:

Grafiken Beispiele

 

Typografie

Für die Fließtexte haben wir uns für „Open Sans“, eine schlichte, serifenlose und am Bildschirm gut lesbare Schrift entschieden. Um die Lesbarkeit auf dem schwarzen Hintergrund zu verbessern, sind die Texte in einem hellen Grauton gesetzt. Das reduziert den Kontrast und ist am Bildschirm für die Augen angenehmer. Alle Überschriften sind in der Serifenbetonten Schrift „Rockwell“ gesetzt. Sie bildet durch die breiten Serifen einen Kontrast zu Open Sans und wirkt allgemein stabil. Dadurch ist sie für unsere Überschriften gut geeignet.

 

Kontraste im Abschnitt „Aufhören“

Einen Kontrast zum allgemeinen Layout bildet der Abschnitt „Aufhören“, den man über ein Icon jederzeit erreicht. Die Infografik befasste sich bisher mit dem Teufelskreis, in dem sich der Raucher befindet, und aus dem er ausbrechen möchte. Der Abschnitt Aufhören steht inhaltlich und grafisch für den Bruch, den der Raucher vollziehen muss indem er „Stop“ sagt. In diesem Abschnitt ist der Hintergrund hell, die Icons und Auszeichnungen sind blau. In diesem Abschnitt wollen wir dem Betrachter eine konkrete Hilfestellung geben und ihn motivieren, das Nichtrauchen in Angriff zu nehmen.

Inhaltliche Aufteilung und Abfolge

Die finale Aufteilung der Infografik
Aufbau-Infografik

Intro
Über ein kurzes „cinematisches“ Intro wird der Raucher zu Beginn seines Rituals abgeholt: dem Anzünden der Zigarette. Von hier folgen wir quasi chronologisch dem Akt des Rauchens einer Zigarette.

Bestandteile einer Zigarette
Die Kamera folgt dem Lauf der Zigarette bis der Filter zu sehen ist. Jetzt kann eine Detailbetrachtung der Zigarette stattfinden. Die Zigarette wird aufgeschnitten und der Nutzer erhält die Möglichkeit, sich Informationen zu den Bestandteilen einer Zigarette, nämlich Papier, Tabakmischung und Filter anzeigen zu lassen.
Die Informationsblöcke vermitteln in knappen Sätzen, unterstützt durch Visualisierungen, grundlegende Fakten zu den einzelnen Bestandteilen. Hier kann der Nutzer altes Wissen prüfen, neues Wissen erlernen und dabei vielleicht die ein oder andere Überraschung erleben. Zusätzlich lassen sich über ein Sprechblasen-Symbol weitere, thematisch verwandte Informationen anzeigen. Dazu später mehr beim Punkt Irrglauben-Blasen.

Inhaltsstoffe im Rauch
Über die Navigationselemente am unteren Rand der Infografik kann der Nutzer zum nächsten Punkt fortfahren. Per Klick läuft der „Film“ weiter. Die stilisierte Silhouette eines Kopfes wird sichtbar, der die Zigarette zwischen den Lippen hält. Abstrahierter Rauch in Form von Würfeln tritt aus dem Zigarettenende aus. Einige der Würfel sind nun anklickbar und enthüllen Informationen zu verschiedenen Schadstoffen, die im Zigarettenrauch enthalten sind.
Auch hier werden in kurzen, leicht verdaulichen Mengen Informationen bereitgestellt, die gleichzeitig auch einen Bezug zum Alltag des Nutzers herstellen. So wird beispielsweise die Brücke geschlagen zwischen dem Zigarettenrauch und Rattengift, die beide den Giftstoffe Arsen enthalten.Wieder findet sich – an gleicher Stelle wie zuvor – ein Sprechblasen-Symbol mit relevanten Zusatzinformationen zum Themenbereich.

Gesundheitliche und finanzielle Vorzüge des Nichtrauchens
Über die Navigation gelangt der Nutzer zur letzten Station des Rauchens – dem Aschenbecher. Hier sieht er die ausgedrückte Zigarette, die auch seine Letzte sein könnte. Über eine interaktive Wählscheibe kann der Nutzer nun verschiedene Zeitpunkte aus einer rauchfreien Zukunft auswählen. Dazu werden jeweils die gesundheitlichen Vorteile angezeigt, die das Nichtrauchen mit sich bringt. Bei Eingabe des durchschnittlichen tägliche Zigarettenkonsums werden auch die korrespondierenden finanziellen Ersparnisse angezeigt. Auch hier werden weitere relevante Information per Irrglauben-Blase angeboten.

Irrglauben-Blasen
Zu jedem Themenblock innerhalb der Infografik lassen sich weitere lebensnahe Fakten zum Rauchen aufrufen. So klärt die Blase bei den Bestandteilen der Zigarette über die Fehlannahmen zu „Light“-Zigaretten auf. Beim Themenblock zu den Inhaltstoffen des Rauchs gibt es an gleicher Stelle Aufklärung zum Thema Passiv-Rauchen.
Auf diese Weise werden Mythen zerschlagen, mit denen sich manche Raucher ein ruhiges Gewissen zu verschaffen versuchen.

Wege aus der Sucht
Von jeder Seite der Infografik direkt zu erreichen sind Information, wie der Raucher zum Nichtraucher werden kann. Der Nutzer kann sich hier mit verschiedenen Techniken grundlegend vertraut machen und bei Bedarf über die Weblinks weitere Hilfe bekommen.

 

 

Info vs. Grafik

Wieviel Information ist zuviel Information? Welche Information ist wichtig, welche vielleicht zu vernachlässigen?

Diese Fragen drängen sich recht schnell auf, wenn man anfängt, die einzelnen Seiten der Infografik anzulegen. Der Überfluss an Details, der der Recherche entsprungen ist, muss eingedampft werden. Grundsätzlich haben wir natürlich das Interesse, so umfassend wie möglich zu informieren. Dabei riskiert man aber auch schnell, den Nutzer mit unnötig vielen Fakten und Daten zu langweilen oder gar zu überfordern.

Breite vs. Tiefe

Zu klären ist die Frage, wo wir mit unserer Infografik im „Aufklärungsprozess“ stehen. Wollen wir den Nutzer mit all dem Wissen versorgen, das rund um das Thema Rauchen zu bekommen ist? Ein schöner Gedanke, aber reichlich unrealistisch, wenn man allein die Masse an Informationen bedenkt, die es zu den Schadstoffen im Zigarettenrauch gibt.

Es geht uns darum, den Nutzer mit soviel Information zu versorgen, dass er eine fundierte Meinung entwickeln und gegebenenfalls eine reflektierte Entscheidung treffen kann. Darüber hinaus können wir die Möglichkeit geben, anderenorts noch detailliertere Informationen zu finden, sollten man das wünschen.

Ein klarer Vorteil von kurzen und knappen Informationsblöcken liegt in der Usability. Die Schrift kann größer werden, die Aufteilung übersichtlicher. Und am Ende bleibt sogar noch Platz für Icons und Mini-Grafiken, die dem Geschriebenen ein Gesicht geben sollen. Und vielleicht sogar ein bisschen Spass machen.

Zwei Entwicklungsstufen einer Seite aus unserer Infografik: Textoverlay_Zigarettenbestandteile_02 Textoverlay_Zigarettenbestandteile_v4_02

Annäherung an das finale Konzept

Die thematische Recherche ist so gut wie abgeschlossen. Nun können wir uns ein besseres Bild davon machen, welche Information wir dem Nutzer mitgeben wollen und vor allem, in welcher Abfolge dies geschehen soll.

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Ein relativ linearer Ablauf scheint sich für unser Thema anzubieten. Wir folgen dem Raucher quasi beim Zigarettenkonsum von der Zigarette selbst, über den Rauch in den Körper und am Ende in den Aschenbecher.

Auf diesem Weg können wir über den technischen Aufbau einer Zigarette, die Wirkung ihrer Inhaltsstoffe sowie über die Effekte des Rauchen-Aufhören informieren. In jedem dieser drei Bereich kann der Nutzer selbst entscheiden, welche Detail-Informationen er angezeigt bekommen möchte.

Zu jeder Zeit soll zudem die Möglichkeit gegeben sein, praktische Hinweise und weiterführende Hilfe zum Rauchen-Aufhören zu finden.

Bestandteile einer Filterzigarette

Filter
Der Grundstoff für die Herstellung von Zigarettenfiltern ist Cellulose (gewonnen aus Holz). Sie wird in einem chemischen Prozess zu Celluloseacetat umgewandelt. Die Celluloseacetat-Flocken werden in Aceton gelöst und aus einer Spinnlösung heraus zu langen Fäden gesponnen. Der Durchmesser der Fasern liegt bei 30-50 µm. Sehr viele Fäden werden zu einem Endlos-Band zusammengeführt. Die Verklebung mit Triacetin erfolgt punktuell, um die Gasdurchlässigkeit zu erhalten. Der Filter hält Partikel bis zu einem Durchmesser von weniger als 0,2 µm zurück.
Weggeworfene Filter stellen eine Umweltbelastung dar. Zwar sind die Filter selbst untoxisch, die während des Rauchens vom Filter aufgenommenen Giftstoffe gelangen aber bei der Verrottung in die Böden.
Der Filter ist korkfarben, um die unschöne Braunfärbung des Papiers durch das Rauchen nicht sichtbar werden zu lassen.

Zigarettenpapier
Die Perforation (Lochung) des Filterpapiers hat eine maßgebliche Funktion bei der Dosierung der Tabakinhaltstoffe. Je mehr Löcher vorhanden sind, desto stärker wird der Rauch „verdünnt“. So soll bei „Light“-Zigaretten eine stärkere Perforation des Papiers, auch am Mundstück, die Nikotin und Teerwerte senken. Effektiv wird beim Rauchen aber ein großer Teil der Löcher von Fingern und Mund verdeckt.
Zudem wird über die Perforation die Brenngeschwindigkeit, sowie die Stabilität der erzeugten Asche bestimmt.  Weiter wird die Brenngeschwindigkeit des Papiers der des Tabaks durch die Zugabe von Brandsalzen angepasst.
Das Papier hat einen hohen Kalkanteil, der das Papier glimmfähig macht und die Glätte, Opazität und Bedruckbarkeit beeinflusst. An zwei Stellen ist das Zigarettenpapier durch Ringe verstärkt. Dort kommt weniger Luft durch das Papier, sodass die Glut erlischt, wenn der Raucher nicht an der Zigarette zieht (Reduced Ignition Propensity-Verfahren, seit 2011).

Tabakmischung
Der Prozess der Vermischung (Blending) verleiht dem Endprodukt einen konsistenten Geschmack aus Chargen von Tabak, die, in verschiedenen Bereichen eines Landes gewachsen, ihr Geschmacksprofil von Jahr zu Jahr aufgrund unterschiedlicher Umgebungsbedingungen ändern können.
Moderne Zigaretten (nach den 1950er Jahren produziert), obwohl hauptsächlich aus zerkleinerten Tabakblättern bestehend, verwenden in der Mischung eine beträchtliche Menge an Nebenprodukte der Tabakverarbeitung. Die Tabak-Mischung jeder Zigarette wird hauptsächlich aus den Blättern von „flue-cured Brightleaf“, „Burley“-Tabak und „Oriental“-Tabak hergestellt.
Diese Blätter werden ausgewählt, verarbeitet und gereift bevor sie gemischt und abgefüllt werden. Die Verarbeitung von „Burley“- und „Brightleaf“-Tabaksorten zu „Tabakstreifen“ produziert verschiedene Nebenprodukte wie Blattstiele, Tabakstaub und Tabakblätterstücke („small laminate“).
Um die Wirtschaftlichkeit der Herstellung von Zigaretten zu verbessern, werden diese Produkte getrennt zu Formen verarbeitet, in denen sie dann möglicherweise der Tabakmischung wieder hinzugefügt werden können, ohne die Zigarettenqualität sichtlich oder deutlich zu verändern. Die häufigsten Tabak-Nebenprodukte umfassen:

  • Blended Leaf (BL): ein dünnes, trockenes Blatt gewalzt aus einer Paste aus Tabakstaub, fein gemahlenen „Burley“-Blattstielen und Pektin .
  • Reconstituted leaf (RL): ein papierähnliches Material aus recycelten Tabakkleinteilen, Tabakstielen und „class tobacco“, bestehend aus Tabakteilchen von weniger als 30 „Mesh“ in der Größe (~ 0,599 mm), die in jedem Stadium der Tabak gesammelt werden. RL wird gewonnen durch Extraktion der löslichen Chemikalien in den Tabak-Produkten, Verarbeitung der übrig gebliebenen Tabakfasern aus der Extraktion zu Papier, und anschließend erneuter Hinzugabe der extrahierten Stoffe in konzentrierter Form zum Papier, in ähnlicher Weise, wie bei der Papierleimung. In diesem Stadium werden Ammonium-Zusatzstoffe zugeführt, um den „reconstituted tobacco“ zu einem effektiven Nikotinübermittler zu machen.
  • Expanded (ES) or improved stems (IS): ES sind gerollte, abgeflachte und gehäckselte Blattstiele, die in Wasser eingeweicht und schnell erwärmt werden. „improved stems“ werden nach dem gleichen Verfahren verarbeitet, nur dass sie einfach nach dem Schreddern bedampft werden. Beide Produkte werden dann getrocknet. Diese beiden Produkte ähneln im Aussehen, sind im Geschmack aber unterschiedlich.

In den letzten Jahren hat das Streben der Hersteller nach maximalen Gewinnen dazu geführt, dass nicht nur die Blätter verwendet werden, sondern auch Recycling-Tabakinnereien und die Pflanzenstämme. Der Stamm wird zuerst zerkleinert und geschnitten, um dem Blatt zu ähneln, bevor er mit dem Blatt vermischt wird. Nach Angaben der World Health Organization sank die Menge an Tabak je 1000 Zigaretten von 2,28 Pfund im Jahr 1960 auf 0,91 Pfund im Jahr 1999, vor allem als Folge von Wiederherstellung des Tabaks, Auflockerung und der Hinzugabe von Zusatzstoffen.

Zusatzstoffe
Die Tabakwarenhersteller fügen ihren Produkten bis zu 600 Zusatzstoffe hinzu, die über 10 % des Gesamtgewichts eines Produktes ausmachen können. Diese Zusatzstoffe werden dem Rohtabak, der Papierhülle und den Filtern zugefügt. Sie dienen unter anderem dazu, den Geschmack, den Geruch und die Inhalation für den Raucher so angenehm wie möglich zu gestalten. Zudem haben sie Einfluss auf die Abbrenngeschwindigkeit der Zigarette.
Die deutsche Tabakverordnung erlaubt bei der Herstellung von Tabakprodukten eine Vielzahl von Zusatzstoffen, von denen die meisten für Lebensmittel genehmigt sind. Gestattet sind demnach sämtliche Aromen der Aromenverordnung, die mehr als 130 Einzelsubstanzen und 30 chemisch nicht definierte Gemische umfasst. Darüber hinaus sind durch die Tabakverordnung 120 weitere Einzelsubstanzen und 115 chemisch entweder nur vage definierte oder völlig undefinierte Gemische erlaubt. Zu den am häufigsten verwendeten Zusatzstoffen gehören Menthol, Zucker, Lakritze und Kakao.

Zusatzstoffe
Zugelassene Substanzen bei der Herstellung von Tabakprodukten. Quelle: Tabakatlas 2009

In Lebensmitteln unbedenkliche Zusatzstoffe können sich in Rauchwaren, die bei bestimmungsgemäßem Gebrauch nicht gegessen, sondern geraucht werden, teilweise in gesundheitsgefährdende Substanzen umwandeln, denn in den hohen Temperaturen der Glutzone (600 bis 900°C) verdampfen, sublimieren oder verbrennen die Zusatzstoffe. Dabei können Dutzende krebserzeugender Verbrennungsprodukte sowie Kohlendioxid, Stickstoffoxide und Schwefeldioxid entstehen. Beim Rauchen werden diese gesundheitsgefährdenden Verbrennungsprodukte zusammen mit den anderen Inhaltsstoffen des Tabakrauchs inhaliert. Über die Lunge werden Gase, flüchtige Substanzen und auch kleine Partikel besonders schnell und effektiv aufgenommen.

Zucker und andere Süßstoffe dienen dazu die Schärfe des Tabakrauchs zu maskieren und zu neutralisieren, die Inhalationstiefe zu verstärken und dadurch die Nikotinaufnahme zu erhöhen. Ausserdem erhöhen sie die Suchtwirkung.

Zucker
Entstehung gesundheitsschädlicher Substanzen durch die Umwandlung von Zucker beim Rauchen. Quelle: Tabakatlas 2009

Menthol ist der am häufigsten verwendete Zusatzstoff für Tabakprodukte; es wird fast allen Zigaretten zugesetzt (auch Nicht-Mentholzigaretten). Es erleichtert und vertieft die Inhalation, wirkt schmerzunterdrückend, mildert das Kratzen im Hals und den Tabakgeschmack und kann so den Einstieg ins Rauchen erleichtern. Zudem kann Menthol die Aufnahme von Nikotin und krebserzeugenden Substanzen in die Lunge erhöhen.

Menthol
Die Wirkungen von Menthol beim Rauchen. Quelle: Tabakatlas 2009

 

Quellen: http://en.wikipedia.org/wiki/Cigarette, Tabakatlas 2009

Fehlannahmen zum Rauchen

Raucher unterliegen oft teilweise krassen Fehlannahmen, was die Auswirkung des Rauchen auf sie selbst und andere betrifft. An diesen Stellen aufzuklären, kann ein wichtiger Teil der Überzeugungsarbeit sein. Hier ein Sammlung der gängigsten Mythen, die das Rauchen begleiten:

„Passiv-Rauchen ist gar nicht so schädlich“
Tabakrauch ist mit Abstand der gefährlichste Schadstoff und die führende Ursache für Luftverschmutzung in Innenräumen. Passivrauchen, also das unfreiwillige und oft unbewusste Einatmen von Tabakrauch, ist äußerst gesundheitsschädlich für alle Menschen. Insbesondere, da passiv aufgenommener Zigarettenrauch völlig ungefiltert ist.

„Light-Zigaretten sind weniger schädlich“
Der einzige Unterschied zu „Full Flavor“-Zigaretten ist die Perforation des Filters. Der erhöhte Lufteinlass soll den Rauch mit Luft „verdünnen“. Beim Rauchen verdecken allerdings Lippen und Mund einen großen Teil der Luftlöcher, sodass effektiv deutlich höhere Schadstoff- und Nikotinwerte konsumiert werden als angegeben.
Hinzu kommt, dass Raucher von „Light“-Zigaretten sowohl das Volumen als auch die Inhalationstiefe und die Häufigkeit der Züge an der Zigarette dem individuellen Nikotinbedarf anpassen. Durch das tiefere Inhalieren und das häufigere Ziehen an der Zigarette nehmen sie dadurch unbemerkt zum Teil sogar höhere Mengen an Nikotin und Teer auf als beim Rauchen herkömmlicher Zigaretten.

„Paffen ist harmlos“
Der Rauch gelangt beim „Paffen“ zunächst in die Mundhöhle, dort werden die giftigen Inhaltsstoffe des Zigarettenrauchs von der Mundschleimhaut aufgenommen. Ein Teil des Rauchs gelangt anschließend in die Lunge, wenn auch nicht in so großer Menge wie beim tiefen Inhalieren. Durch das „Paffen“ wird also nicht nur das Lungenkrebs-Risiko, sondern auch das Risiko für Mundhöhlen und Zungenkrebs erhöht.

„Rauchen entspannt“
Nikotin erzeugt zwar ein Gefühl der Entspannung, in Wirklichkeit ist der Körper durch den Konsum jedoch nachhaltig gestresst, denn Nikotin ist ein hochwirksames Zellgift. Nikotin hat eine stimmungsaufhellende und beruhigende Wirkung und erreicht binnen Sekunden die entsprechenden Schaltstellen im Gehirn, die ein Wohlgefühl erzeugen.
Dementsprechend stellt sich zunächst ein positives, beruhigendes Gefühl ein, das allerdings nur so lange anhält, wie das Nikotin dem Gehirn diese Beruhigung „vortäuscht“. Sobald die Nikotinspeicher wieder leer sind, entsteht das Bedürfnis, zu rauchen, um diese erneut aufzufüllen. Die empfundene Entspannung resultiert also daher, dass durch das Rauchen die unangenehmen Entzugserscheinungen verschwinden.

„Aufhören lohnt in fortgeschrittenem Alter nicht mehr“
Aufhören lohnt sich in jedem Alter – egal, wie viel und wie lange man geraucht hat. Schon nach wenigen Stunden wird der Körper besser mit Sauerstoff versorgt, nach 24 Stunden verringert sich das Risiko von Herzanfällen, nach zwei bis drei Tagen kann man besser riechen und schmecken. Nach 2-3 Wochen verbessern sich Kreislaufsituation und Lungenfunktion. Im Laufe der rauchfreien Jahre sinken die Risiken für Schlaganfall, Lungenkrebs und andere Krebserkrankungen. Nach 15 Jahren ist das Risiko für eine koronare Herzkrankheit gleich dem eines lebenslangen Nichtrauchers. Die gesundheitlichen Vorteile eines Rauchstopps sind in jedem Alter immens. Wenn Sie aufhören zu rauchen, verlängern Sie dadurch Ihre Lebenserwartung um durchschnittlich 10 Jahre und verbessern deutlich Ihre Lebensqualität, weil Sie die quälenden Symptome von Folgeerkrankungen des Rauchens (Herz-Kreislauferkrankungen, COPD, Krebs, etc.) vermeiden.

„Rauchen aufhören heisst Gewicht zunehmen“
In den ersten Wochen nach dem letzten Zigarettenkonsum nehmen ehemalige Raucher im Durchschnitt 2-4 kg zu. Das hat zwei Gründe: Zum einen sinkt der Grundumsatz, (es werden also weniger Kalorien verbraucht), wenn dem Körper kein Nikotin mehr zugeführt wird. Denn Nikotin „verbrennt“ ca. 200 Kalorien zusätzlich am Tag. Zum anderen entfällt die den Appetit zügelnde Wirkung des Nikotins. Häufig kommt es daher zu vermehrtem Essen als Ersatzbefriedigung, oft werden Süßigkeiten oder andere zuckerhaltige Nahrungsmittel konsumiert, was eine Gewichtszunahme fördert. Wer stattdessen Obst und Gemüse zu sich nimmt und sich regelmäßig bewegt, braucht keine problematische Gewichtszunahme zu befürchten. Selbst wenn Sie wirklich ein paar Kilos zulegen – die gesundheitlichen Vorteile eines Rauchstopps wiegen dies um ein Vielfaches auf!

 

Quellen:
http://www.bmj.com/content/328/7440/E278
http://www.dkfz.de/de/rauchertelefon/Fehlinformationen_zum_Rauchen.html

Zeitrechner: Zeit sparen durch Nichtrauchen

Wie beim Kostenrechner muss hier zunächst ein Durchschnittswert für die Rauchdauer der einzelnen Zigarette festgelegt werden. Bei Nachfragen geben Raucher durchschnittlich 5 Minuten pro Zigarette an. Dieser Wert wird dann analog zum Kostenrechner (eventuell sogar beides in Einem?) mit der Anzahl der Zigaretten pro Tag und einem bestimmten Zeitraum multipliziert.

So kann der Nutzer herausfinden, wieviel Zeit er beim Rauchen verbracht hat, oder wieviel Zeit er noch sparen kann, hört er mit dem Rauchen auf. Da diese Information (je nach Eingaben) für sich stehend eher abschreckend ist, müssen wir bei der Ausgabe versuchen, das Ergebnis positiv und motivierend darzustellen. Wie beim Kostenrechner könnten Tätigkeiten angegeben werden, die man in dieser Zeit machen kann, wie eine Fremdsprache lernen oder ein Fitnessstudio besuchen.